Rezension: Juristische Arbeiten erfolgreich schreiben

Wie wir in den letzten Wochen gesehen haben, ist es mit ein paar Tipps und Tricks gar nicht so kompliziert, eine Klausur oder eine Hausarbeit zu schreiben. Klar, eine gute Vorbereitung bedeutet nicht immer, dass man auch besteht – aber sie erhöht zumindest die Chancen!

Ich hatte vor meinem Jurastudium zwar viel Erfahrung im Schreiben „normaler“ Klausuren und Hausarbeiten, aber juristische Arbeiten sind schon etwas ganz anderes. Daher war ich froh, dass Nina mir immer mit guten Ratschlägen zur Seite stand. Wer keine Nina hat, der kann sich das notwendige Wissen natürlich auch aus Büchern anlesen.

Empfehlen kann ich da das Buch „Juristische Arbeiten erfolgreich schreiben“ von Dr. Holm Putzke.

Der Autor hat es sich zum Ziel gesetzt, Studenten in die Lage zu versetzen, „Wissen in schriftlichen Arbeiten wirkungsvoll […] und formal korrekt […] anzuwenden“. Sehr löblich wie ich finde, schließlich nützt einem das viele Wissen nichts, wenn man es nicht verständlich wiedergeben kann. In sechs Kapiteln führt Putzke durch das Bearbeiten von Klausuren, Hausarbeiten, Seminararbeiten und Dissertationen.

Dabei schildert er nicht nur einzelne Arbeitsschritte der unterschiedlichen Arbeiten (Kapitel 1), sondern bietet auch tolle Tipps zum Thema Sprache (Kapitel 2). Wer das Buch kennt, wird sich jetzt vielleicht wundern, denn das Kapitel zur Sprache umfasst gerade einmal gut zwei Seiten.

Wie kann der Autor auf so wenigen Seiten tolle Tipps geben?

Tja, indem er sich kurz und knapp fasst und das auch den Studenten empfiehlt. Kurz, prägnant und ohne Schachtelsätze (für Juristendeutsch also eher untypisch…), das wünscht sich Putzke für den Schreibstil und das finde ich gut so.

Noch besser finde ich Kapitel 3, denn hier beschreibt der Autor die Formalien für alle Arten juristischer Arbeiten. Sehr hilfreich! Das Highlight für viele Jurastudenten wird wohl Kapitel 4 sein, in dem sich der Autor mit dem Zitieren auseinandersetzt. Das finde ich persönlich verdammt hilfreich, denn die Zitierweisen bei juristischen Hausarbeiten unterscheiden sich enorm vom Zitieren in literaturwissenschaftlichen oder linguistischen Hausarbeiten. Putzke gibt hier sehr viele Beispiele für das Zitieren von Kommentaren, Lehrbüchern, Entscheidungen oder auch Internetquellen, sodass man immer nachschlagen kann, wenn man sich nicht mehr sicher ist, wie eine Fußnote oder das Literaturverzeichnis rein formal auszusehen hat.

Schließlich findet man in Kapitel 5 noch zwei Beispiele für juristische Arbeiten und in Kapitel 6 erklärt der Autor Schritt für Schritt, wie man am Computer die Arbeiten formatiert oder auch ein automatisches Inhaltverzeichnis erstellen kann. Das Buch kommt samt Anhang mit Beispielen für Titelblätter und einem Stichwortverzeichnis (Danke! Es gibt wohl kaum etwas Nervigeres als Fachbücher ohne Stichwortverzeichnis, oder nicht?) auf 188 Seiten. Genau die richtige Länge finde ich. So kann man es in einem durchlesen oder auch wunderbar als Nachschlagewerk nutzen.

Einige Tipps fand ich zwar etwas überflüssig, wie beispielsweise „Schreiben Sie leserlich!“. Gehört das nicht zur Rubrik „normaler Menschenverstand“, dass man möglichst so schreibt, dass der Korrektor das Geschriebene auch erkennen kann? Vielleicht erwarte ich da ja aber auch zu viel von den heutigen Studenten, die vor lauter iPads und Netbooks kaum mehr wissen, wie sich Stift und Papier anfühlen…

Doch trotz einiger Tipps, die für mich jetzt nicht neu waren, finde ich das Buch sehr nützlich und mit 9,90 Euro reißt es auch kein allzu großes Loch ins Portemonnaie….

Urteil: Empfehlenswert!

Oder in Schneckensprache: Eine tolle Hilfe auf dem Snailway zum Staatsschnecksamen!
 

 

 

Holm Putzke: Juristische Arbeiten erfolgreich schreiben

C.H.BECK, 3. Auflage 2010. Buch. XV, 188 S. Kartoniert
ISBN 978-3-406-60701-1


Kommentare

Putzke, Formalien

Das Buch hat auch mich gerettet! Danke, Professor Putzke!

:D

JSG,

schon mal über eine Karriere als Korrektor nachgedacht? :)

Zum Glück schreibe ich hier ja nur ein Blog und keine Hausarbeit....... :)

Bei der "Fußnote" fehlt der

Bei der "Fußnote" fehlt der Verlagsort, gleich mal in Kapitel 4 nachschlagen... ;-)

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