Optimismus im Jurastudium?

Ich lese gerade ein Buch über positives Denken. Ich würde mich selbst als realistische Optimistin bezeichnen und ich mag generell keine Menschen, die alles immer nur schwarz sehen. Die Autoren des Buches kommen (jedenfalls soweit ich bisher gelesen habe) auch zu der Auffassung, dass Optimisten für gewöhnlich glücklicher leben und besser mit Problemen umgehen können. Das liegt anscheinend daran, dass Optimisten weniger schnell die Hoffnung verlieren.

Da kam mir der Gedanke: Als Jurastudent muss man Optimist sein, sonst hat man schon im ersten Semester verloren.

Als ich noch nicht Jura studierte, ist mir häufig aufgefallen, dass Nina in vielen Situationen nach Problemen suchte (wo keine waren) und ich fragte mich immer, woher das kommt. Schließlich ist Nina eigentlich auch eher Optimist als Pessimist. [Wie wahr! LG Nina] Seit ich mit dem Jurastudium begonnen habe, kenne ich glaube ich die Ursache.

Im Jurastudium ist man die ganze Zeit mit Problemen konfrontiert!

Egal in welchem Rechtsgebiet, so gut wie immer geht es in einem Fall darum, ein Problem zu erkennen und dann Argumente für die eine oder die andere Meinung zu finden. Das Wichtige dabei ist, das Problem zu erkennen. Also begibt man sich fleißig auf die Suche und wehe man findet in einem Fall kein Problem, dann kann da ja irgendetwas nicht stimmen!

Das Problem mit den Problemen ist nur: Wer darauf getrimmt ist, Probleme zu finden, verliert die Fähigkeit Möglichkeiten zu erkennen. Und genau da ist der Unterschied zwischen Pessimisten und Optimisten. Pessimisten sehen in einer Situation ein Problem oder ein Hindernis, das sie vom Erfolg abhält. Optimisten sehen in vielen Situationen Möglichkeiten und Chancen etwas anders zu machen oder neue Wege auszutesten.

Wird man nun vor lauter Problemen zum pessimistischen Jurastudenten, sieht man auch in Klausuren und Hausarbeiten nur Probleme, keine Möglichkeiten. Wer in einer Klausur nur eine stressige Prüfungssituation sieht und glaubt, der Prüfer stellt extra eine super schwere Klausur, damit möglichst viele Studenten durchfallen, der wird damit wohl recht haben.

Wer jedoch die Klausur als Möglichkeit sieht, den eigenen Wissensstand zu testen und zu sehen, ob die eigene Lernstrategie aufgeht, der wird ebenso recht haben.

„Ob du denkst, du kannst oder du kannst nicht – du wirst auf jeden Fall recht behalten.“ Henry Ford 
 

 

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Kommentare

Optimismus v. positives Denken II

zum Thema passt auch:
Günter Scheich - Positives Denken macht krank.
zu finden über: http://de.wikipedia.org/wiki/Günter_Scheich .
ich verwahre mich allerdings im voraus gegen die unterstellung, dass dir hier jura studenten versuchen würden, den optimismus madig zu machen ;-)

Kein Sorge lieber Gast!

Hehe, ich sehe jeden Kommentar sehr positiv! Umso mehr Meinungen man hört, desto besser....

Für mich sind im allgemeinen Sprachgebrauch positives Denken und Optimismus ehrlich gesagt das Gleiche. Aber ich verstehe, dass Scheich (und Ehrenreich und wahrscheinlich noch einige andere) das positive Denken als zwanghaftes, auf-Teufel-komm-raus positives Denken definieren und dementsprechend kritisieren.

*Ironie an* Mir egal! Ich als positiv denkende, realistisch-optimistische Jurastudentin gehe jetzt wieder auf meinen Ponyhof (und wehe es sagt jemand, das Leben sei kein Ponyhof!) und backe meine Friede-Freude-Eierkuchen! *Ironie aus*

LG Sarah

Optimismus v. positives Denken

Optimismus und "positives Denken" sollte man vielleicht besser nicht zusammenrühren. Die US-amerikanische Journalistin Barbara Ehrenreich hat sich mit dem positiven Denken als Ideologie auseinandergesetzt. Die grafisch Umsetzung finde ich ganz nett: http://youtu.be/u5um8QWWRvo

Aber ich vermute, das "EBV" bekämen viele lieber in einem solchen Video vorgestellt ;-)

:)

Oh ja, die RSA Anmiate Videos sind klasse! Eines meiner Lieblingsvideos ist das von/über Sir Ken Robinson über Bildung: http://www.youtube.com/watch?v=zDZFcDGpL4U

Ehrenreich stellt da ja ein sehr radikales Positives Denken vor, was sie als "delusional" bezeichnet. Wenn man positives Denken als Friede-Freude-Eierkuchen-Denken definiert, hat sie in der Tat recht!

Wenn ich natürlich den ganzen Tag nur faul rumliege und nicht lerne, kann ich noch so positiv denken... dann werde ich wahrscheinlich trotzdem durch die Klausur fallen...

Für mich bedeutet positives Denken, dass man optimistisch in die Zukunft blickt. Ich habe auch extra den Begriff "realistische Optimistin" verwendet, weil ich nichts davon halte, mit einem verklärten Blick durch die Welt zu laufen... Offensichtliche Probleme "dürfen" bzw. müssen natürlich gesehen und angesprochen werden, aber immer mit dem Gedanken, wie man sie lösen kann!

LG Sarah

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