Mit Baumstruktur in Vorlesungen mitschreiben?

Ich wurde gebeten doch einmal zu zeigen, wie ich in Vorlesungen mitschreibe … und genau das werde ich heute tun.

Nina hat ja schon mal die Baumstruktur erklärt, die sie früher zum Mitschreiben von Vorlesungen oder zum Verdeutlichen von Lernstoff genutzt hat.

Ich mag die Baumstruktur auch, denn ich finde sie sehr einfach anzuwenden und vor allem sehr gut, um sich Stoff einzuprägen. Dies liegt meiner Meinung nach daran, dass die Baumstruktur den Zusammenhang zwischen den Inhalten deutlich hervorhebt. Der ganze Lernstoff wird also mehr strukturiert und ich kann ihn mir besser merken.

Allerdings ist mir die pure Baumstruktur für Vorlesungsmitschriften etwas zu starr.

Ich habe dabei vor allem 2 Probleme:

1. Wohin mit Nebensachen?
Häufig weiß ich da nicht, wo ich Nebengedanken oder Zusatzinformationen unterbringen kann, die an keinen wirklichen Ast meines Baumes passen.

Meine Lösung dafür ist ein Abschnitt am unteren Rand des Blattes. Hier schreibe ich Nebeninformationen oder häufig auch Verweise auf Literatur oder Entscheidungen hin. Dort stören sie nicht das Bild der Kerngedanken, sind aber dennoch da. So kann ich später auf sie zurückgreifen.

2. Nicht genug Platz!
Nicht immer genügt mir der Platz, den mir die Baumstruktur bietet. Vor allem wenn es zum Beispiel so viele Unterpunkte gibt, dass sie nicht alle nebeneinander auf die Seite passen oder ich dann anfange klein und krakelig zu schreiben.

Dann greife ich lieber auf Stichpunkte zurück, die ich durch Pfeile, Aufzählungspunkte oder andere Symbole miteinander in Bezug setze. Wenn es später ans Lernen geht, kann ich mir ja immer noch überlegen, ob ich mittlerweile einige Informationen weglassen kann und eine klare Baumstruktur dann möglich ist.

Als Beispiel habe ich hier mal Mitschriften aus der Schuldrechtsvorlesung vom letzten Jahr:

 


Nach dem Durchgehen der Notizen habe ich dann folgenden Baum angefertigt:


Beides zusammen kann ich wunderbar zum Lernen nutzen. Ich gehe die Baumstruktur durch und versuche mir selbst alles zu erklären und zu erzählen, was ich zu den jeweiligen Punkten weiß. Wenn ich an einem Ast nicht weiterkomme oder weiß, dass noch irgendeine Information fehlt, dann werfe ich kurz einen Blick auf die ausführlicheren Notizen.

Generell beobachte ich bei mir selbst, dass ich in den Vorlesungen meist in Stichworten mit Symbolen mitschreibe. Später beim Durchgehen der Notizen und vor allem beim Lernen fertige ich dann Baumstrukturen an. Die enthalten dann meist nicht mehr jedes Detail, das ich mitgeschrieben habe (wie im Beispiel zu sehen), weil vieles in dem Lernstadium bereits zu meinem festen Wissen gehört. Damit bleiben meine „Bäume“ dann schön übersichtlich.

Demnächst wird Nina auch noch mal ein paar Beispiele zeigen, wie sie in Zivilrecht und Ö-Recht Baumstrukturen angefertigt hat.  Bis dahin viel Spaß beim Mitschreiben! ;)

 

 

Foto: © Kudryashka - Fotolia.com


Kommentare

Ja!

Mir reichen Folien oder Skript des Professors. Damit und mit Hemmer-Skript/Lehrbuch lässt sich auch gut lernen. Dabei mach ich mir dann aber nochmal eigene komprimierte Übersichten. Strafrecht AT z.B. hab ich bei Word auf 13 Seiten stichwortartig zusammengefasst.

hmm

Gute Methode! Vor allem die komprimierten Zusammenstellungen, die mache ich vor den Klausuren auch....

Aber ich glaube, ohne Mitschreiben hätte ich vor allem bei etwas langweiligen Vorlesungen Probleme nicht mit den Gedanken abzuschweifen.... Aber vielleicht probier ich das mal aus.

Meine Technik

Da ist meine Technik echt leichter: einfach gar nicht mitschreiben ;)

Echt?!

Hast du ein Mega-Gedächtnis und merkst dir sofort alles oder machst du dir später beim Lernen mit Lehrbuch Notizen.......oder lernst du einfach gar nicht?

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